Freitag, Mai 16, 2008

The Roots - Rising Down

"Neun Studioalben haben The Roots bisher im Laufe ihrer Karriere seit Mitte der 90er Jahre veröffentlicht und nicht jede Veröffentlichung war ein Volltreffer. Was dem Hip-Hop-Act aus Philadelphia allerdings immer gelungen ist, ist, sich jeder Art von Stillstand zu verwehren. Auch das neue Album "Rising Down" rückt die Meister des inhaltsschweren und organischen Hip-Hop in ein neues Licht.

Ist die Rede von Conscious Hip-Hop, also Rap abseits der harten Gangsta-Attitüde, spielen The Roots aus Philadelphia eine maßgebliche Rolle. The Roots mischen analogen und elektronischen Sound mit Rap, der sich vor kontroversen Inhalten nicht scheut. Als besonders bemerkenswert galt bei den Roots immer wieder der Schlagzeuger ?uestlove alias Questlove, dessen Drum-Skills ihresgleichen suchen. Zugaben wie das warme Rhodes-Piano oder Bläser komplettierten stets den so geschichtsbewussten wie frischen Sound der Roots.

"Rising Down" sei ihr bislang politischstes Album, gaben The Roots schon vor Erscheinen ihrer neuen Platte bekannt. Dass zunächst der Track "Birthday Girl" als erste Single-Auskopplung im Gespräch war, wirkte demnach ein wenig seltsam. Handelt es sich bei dem Stück doch um eine ungewöhnlich poppige, nahezu süßliche und absolut Maintream-taugliche Nummer. Inzwischen haben sich The Roots anders entschieden und das eher leichtgewichtige Stück sogar von der regulären US-Version ihres neuen Albums verbannt. Europäische Hörer kommen jedoch am Ende der Tracklist nach wie vor in den Genuss dieses eingängigen Songs, der jedoch stilistisch stark aus dem Rahmen fällt.

Auf "Rising Down" klingen The Roots alles andere als quietschvergnügt. An die Stelle des bezirzend-warmen Rhodes-Pianos ist inzwischen eine Auswahl düsterer und durchaus kantig klingender Synthies getreten, die eine gewisse harsche Kälte in den sonst eher wohligen Sound der Roots bringen. Auch Questlove bearbeitet sein Schlagzeug zwar nach wie vor mit Finesse, aber auch mit einer nicht zu überhörenden und aufbegehrenden Vehemenz. Conscious zu sein, bedeutet für die Roots weder leise noch anschmiegsam zu klingen. Die Band aus Philadelphia erkämpft sich im rezessionsgebeutelten US-Wahljahr Gehör, und zwar in erster Linie mittels eindringlicher Instrumentierung und einer beeindruckenden Gästeliste.

Black Thought, MC der Roots, bekommt auf "Rising Down" jede Menge stimmliche Unterstützung. Mit von der Partie sind unter anderem Common, Mos Def, Talib Kweli und Styles P. So vielfältig wie die ellenlange Gästeliste sind auch die Stimmungen, die sich aus der dunklen Grundatmosphäre des Albums herausschälen. Die düsteren Aspekte seien diesmal noch viel düsterer und die helleren viel heller, urteilt ?uestlove über das neue Album. Tatsächlich sollte jeder, der sich auch nur im Geringsten für ernsthaften HipHop interessiert, auf "Rising Down" mindestens ein Lieblingsstück finden. The Roots erfinden sich nicht nur mit jedem Album ein bisschen neu, sondern präsentieren diese kreative Flexibilität auch innerhalb der Tracklist ihrer aktuellen Platte." www.chello.at

7/10

Einmal das "Birthday Girl" Video:



Und das für das Album als Ganzes besser passende "Rising Down":

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