Sonntag, Februar 22, 2009
The End is the Beginning is the End
Samstag, Januar 24, 2009
Album des Monats Januar: Animal Collective - Merriweather Post Pavillon

Eigentlich wollte ich noch eine weitere Neuerscheinung abwarten, bevor ich mich entscheide, aber da nun klar ist, dass diese erst Ende Januar erscheint und damit in den Februar rutscht, kann ich jetzt schon das Album des Monats küren.
Es ist das neue Album von Animal Collective geworden, dass schon beim ersten Hören den Eindruck erweckt, dass es ein ganz heißer Anwärter auf den Titel Album des Monats werden würde. Elektronisches Gewummere trifft auf Indie-Musik. Dabei immer Abwechslungsreich und trotzdem aus einem Guß. In der letzten Hälfte des Albums wird es zwar etwas schwächer und der Gesang ist nicht immer einfach zu verdauen, aber trotzdem schlägt es alles andere diesen Monat haushoch. Absolut empfehlenswert.
Kritik auf now-on.at:
"Vielen, auch dem Autor dieser Zeilen, ging es bislang mit Animal Collective so: Schon aufregend und spannend, was die da machen, aber in seiner radikalen Experimentalität nur schwer greifbar. Alben wie zuletzt Strawberry Jam (2007) entzogen sich mit ihren Klangwelten zwischen Weird Folk, Ambient, Krautrock und vielem mehr konsequent jeder Kategorisierung. Mit Merriweather Post Pavilion, dem bereits neunten Album der zum Trio geschrumpften Band seit ihrem Debüt im Jahr 2000, verhält es sich zwar ähnlich. Sprich: Diese Musik klingt nicht ganz wie von dieser Welt. In den elf Songs geben sich Panda Bear (dessen Soloalbum Person Pitch im Jahr 2007 bereits in eine ähnliche Richtung ging), Avey Tare und Geologist allerdings melodiöser und zugänglicher als je zuvor. Ohne ihre Freiheit aufzugeben, haben sie sich diesmal gewissen Arbeitsvorgaben unterworfen. Diese sahen u. a. vor, dass die Musik vor allem mit elektronischen Instrumenten und Geräten umgesetzt werden sollte und gewissen Pop-Gepflogenheiten wie dem Songaufbau mit Intro, Strophe, Bridge und Refrain zumindest ansatzweise folgen sollten. Und diese Beschränkung, dieser Rahmen tut der Musik von Animal Collective ausgesprochen gut. „In The Flowers“ beginnt noch als zähe Sound-Kaskade, die jedoch nach zwei Minuten von einem wahren rhythmischen Erdbeben weggefegt wird und einem beglückenden Song Platz macht. Es folgt der Überhit „My Girls“, eine Art Electro-Pop-/R’n’B-Stück, um dessen Schwung, flirrende Synthesizer und nicht zuletzt Melodien die Timbalands dieser Welt Animal Collective beneiden werden. Ähnlich süchtig machend sind „Summertime Clothes“ (Techno mit Beach-Boys-Gesangsharmonien?), „Bluish“ (hat etwas von Bowies „Ashes To Ashes“ sowie, wieder mal, den Beach Boys) oder „Brothersport“ (ein Klanggewitter zwischen afrikanischen Trommeln und Trance-Monotonie), während sich andere Stücke erst nach mehrmaligem Hören erschließen, einem dann aber auch nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die aufregendste Band derzeit ist im Pop angekommen. 2009 fängt ja gut an."
Januar fortgesetzt
Jetzt aber weiter im Programm:

White Lies - To Loose My Life...
Lang erwartet, kursierten doch diverse Vorabsingles bereits letztes Jahr im Netz. Jetzt also das Debut einer britischen Band, die sich einreiht zwischen Interpol und Editors. Wobei sie etwas mehr an Editors erinnern, eine Band, die hier schon wärmstens empfohlen wurde. White Lies sind eine der britischen 80er Joy Division und Wave Revival-Bands. Und das machen sie schon sehr gut. Vielleicht etwas glatt, aber man kann jetzt nicht gerade behaupten, dass viele der referenzbands aus den 80ern, vielleicht mit Ausnahme von Joy Division (nach denen nun mal eher Interpol als White Lies klingt), nicht glatt waren. Was bekommt man also? Songs die ruhig anfangen, sich stetig steigern und ihm großen Pathos enden. Und von diesem Schema wird nicht wirklich abgewichen. Das kommt dann teilweise etwas wie Muse daher (die nach anfänglichen Interesse eher Genervtheit ausgelöst haben), aber zum Glück ist es noch nicht ganz so schlimm. Trotzdem ist das Album sehr hörbar und macht sogar in gewisser melancholischer (naja, eher pathetischer) Weise auch Spaß. Für ein Album des Monats reicht das aber noch nicht. Genaugenommen ist man davon noch recht weit entfernt.
Desweiteren erschienen:
Franz Ferdinand - Tonight: Franz Ferdinand
Musik Januar

The Boxer Rebellion - Union
Warme Gitarrenwände umwabern den Hörer. Eine Stimme, irgendwo zwischen Thom Yorke, Muse und Sigur Ros, fleht den Hörer an. Dabei ätherisch und auch die ein oder andere elektronische Frickelei finden ihren Weg in das Ohr des Hörers.
"Wenn das Musikbusiness pennt oder schlicht keinen Bock hat, gute Musik zu veröffentlichen, bleibt für Bands eigentlich nur eins: Do-it-yourself. Und genau damit schaffen es die aufständigen Boxer aus England derzeit, den etablierten Medienzirkus gehörig auf den Kopf zu stellen. Fernab jeglichen Hypes, keinerlei Radio-Airplays oder großartiger Promotion in Musikmagazinen, veröffentlichten die Jungs im Alleingang ihr neues Album “Union”. Zwar vorerst nur digital - aber soll das im Zeitalter der schwindenden CD-Verkäufe noch ein Kriterium sein? Und siehe da, nun schaffte es das Album in diversen Downloadcharts auf vordere Plätze und plötzlich wird sogar der NME hellhörig. Und das zurecht - denn schon mit ihrem Debütalbum“Exits”, welches auf Alan McGees Poptones-Label erschien, und einer gemeinsamen Tour mit den Editors, erspielten sich The Boxer Rebellion eine treue Fangemeinde. Und diese wird verwöhnt mit verdammt gutem britischen Gitarrenrock mit viel melancholischen Elementen. Und die Ausflüge in Richtung Wave geben dem die Stimmung, die mancher braucht, um etwas Abstand von dieser lauten Gesellschaft zu nehmen. “Still unsigned, still unpublished, still 100% independent” - bleibt zu hoffen, daß das Geld jetzt reicht, doch noch eine CD aufzunehmen, um den verdienten Lohn in Form des Platz 1 in den UK-Charts zu ergattern." (Quelle: www.darkerradio.com)

Glasvegas - Glasvegas
Da ich zu faul bin, etwas selber zu schreiben, hier eine Reszension aus dem Netz. Unglaublich, aber war, die beste Reszension habe ich auf der vodafone Webseite gefunden!! Irgendwas kann da nicht stimmen:
"Wenn ein schottisches Album nach seinem Durchbruch in England noch über fünf Monate braucht, bis es endlich auch in Deutschland veröffentlicht wird, sind Hype, Vorfreude und Erwartungen bereits ins Unermessliche gestiegen. Oder längst wieder verflogen. Bei Glasvegas jedenfalls hat das Label eindeutig zu spät geschaltet, sonst hätte man uns dieses Debütalbum, dem vom "NME" bis zum "ME" bereits absolute Brillanz attestiert wurde, nicht so lange vorenthalten. Doch Ende diesen Monats ist es dann endlich soweit: Glasvegas, jetzt auch in Deutschland.
Und cut - denn nein, die "NME"-Vorurteile werden sich diesmal nicht bestätigen. Schlichte Schrammelbands sind scheinbar auch in England mittlerweile out. Noch unglaublicher: Liest man etwas über diese Band, stößt man in jeder Kritik auf nostalgische Shoegaze-Zeiten, als man Musik noch fühlte und nicht nur hörte. In einer Tour werden da Jesus And Mary Chain aufgeführt, was einem ja doch mal kurz die Sprache verschlagen kann. Wer traut sich denn sowas noch heutzutage? Oder besser: Welches Label traut sich denn sowas heutzutage noch? Und tatsächlich beginnt "Glasvegas" mit einer weichen Gitarrenwelle, die direkt vom 1990 erschienenem Ride-Cover herübergeschwappt sein könnte.
Doch Vorsicht: Wessen Augen jetzt schon leuchten und Ohren glühen, der sei vorgewarnt. Wie bei dieser Vorgeschichte zu erwarten war, ist diese Musik alles andere als schwierig oder schwer. Womit dann auch die Frage mit dem Label geklärt wäre. Statt sich zu verkopfen wird der Kopf lieber mit abgelenkt: Mit Melodie, Bombast und Pathos. Wer an Ride und Co nun gerade die unaufdringlichen Melodien und diffuseren Gefühle liebte, muss hier stark sein. Aber hallo, das ist Shoegaze für die Charts!
Glasvegas tragen ihre Gefühle sehr chartkompatibel auf der Zunge und in bester "Sams Town"-Manier auch gerne großspurig vor. Wer auf die Killers steht, nichts gegen eine Prise Snow Patrol hat und keine Angst vor anderen Sphären oder einem schottischen Akzent hat, der darf sich dem Hype anschließen." (Quelle: www.vodafonelive.de/cp/portal/magazin/alben-der-woche)Sonntag, Januar 04, 2009
Das Jahr 2008 - Eine Bilanz
Ein Blick auf die Musik, die ich im letzten Jahr gehört habe, scheint diesen Eindruck zu bestätigen. Entweder waren da alte Bekannte (Mogwai - ein Album das schlechter rezipiert wurde, als es das verdient hatte; The Notwist - sind immer noch in der Lage Musik zu kreieren, die fast alles andere blass erscheinen lässt; Sigur Ros) oder Metal (Korpiklaani, Moonsorrow, North, Eluveitie und Wolves in the Throne Room). Das Interesse an Metal (und dort auch nur Stile, die dem Death/Black Metal oder Viking Metal zuzurechnen sind) erklärte sich hauptsächlich aus den mangelnden Alternativen im eher traditionell gehörten Alternative/Independent Bereich. Diese Musik erschien subjektiv einfach frischer und spannender.
Ausdrücklich positiv muss allerdings Portishead erwähnt werden, die mit einem durchschlagenden Comeback-Album reüssierten. Enttäuschend waren allerdings Tomte, deren neues Album mich einfach nicht mehr so mitnahm, wie die vorangegangenen. Dies ist aber ein Trend, der sich mit den Alben nach 'Hinter all diesen Fenstern' weiter fortgesetzt hat. Des Weiteren: The Cure mit ihrem neuen Album '4:13 Dream'. Eine meiner absoluten Lieblingsbands, die alle paar Jahre ein neues Album herausbringen, zeigen nun das Phänomen, das schon Bands aus meiner Jugend, wie Depeche Mode (jaja) und The Mission gegangen sind. Jedes neue Album schafft es weniger mich zu fesseln und es gut zu finden, auch wenn man es versucht. Die Eckdaten: The Mission seit 'Carved in Sand' (1990), Depeche Mode seit 'Songs of Faith and Devotion' (1993) (mit einem leichten Aufwärtstrend mit 'Playing the Angel') und The Cure seit, naja, ehrlicherweise seit 'Wish' (1991). Im Gegensatz zu den anderen beiden Bands steht der Backkatalog von The Cure allerdings trotz der langen Zeit dazwischen immer noch hoch im Kurs. Etwas das dafür sorgt, dass The Cure bei einer 'All Time Favorite'-Liste immer noch sehr hoch platziert werden würde.
Dies bringt mich zum letzten Punkt: Die Hereinnahme der Best of Compilation 'The Sound of the Smiths'. Einerseits ist es eine umfassende Zusammenstellung des besten, was the Smiths herausgebracht haben, andererseits stellen diese Songs immer noch das Meiste in den Schatten, was dieses Jahr herausgekommen ist. Aus diesem Grund hatte ich mich entschlossen das Album so zu bewerten, als wäre es neu. Um in den Jahrescharts und den Alben des Monats zu zeigen, wie Musik sein kann!
Darauf hoffend, dass das nächste Jahr besser wird.